Veranstaltungsreihe NS-Spielfilme im Kontext
23.10.2025 um 18:00 Uhr
Kooperationsveranstaltung “NS-Spielfilme im historischen Kontext” IV
- Wie instrumentalisierte der nationalsozialistische Antisemitismus bestehende antisemitische Erzählungen und Stereotype?
- Wie transportiert das Medium Film propagandistische Botschaften?
Am 23. Oktober fand die vierte Veranstaltung der Reihe “NS-Spielfilme im historischen Kontext” statt, die seit Sommersemester 2024 in Kooperation von Fachschaft Geschichte der LMU, dem Lehrstuhl für Zeitgeschichte der LMU und dem Institut für Zeitgeschichte(IfZ) unter Maßgaben der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (FWMS) durchgeführt wird. Dass fast 100 Personen, Geschichtsstudierende der LMU sowie Mitarbeiter:innen von LMU und IfZ, teilnahmen, zeigt dass großes Interesse an dem Format besteht.
Im bewährten Rahmen von historischer Einordnung, Vorführung und Diskussion widmete sich die Veranstaltung dieses Semester dem antisemitischen Vorbehaltsfilm “Jud Süß”. Zu Beginn führte Dr. Andreas Rentz vom Zentrum für Holocaust-Studien des IfZ in den historischen Figur Joseph Süß Oppenheimer ein, der 1738 durch einen antisemitischen Justizmord in Württemberg hingerichtet wurde. Daraufhin stellte Prof. Johannes Hürter, Leiter des Forschungsprojekts „Screening National Socialism: Ideology and Everyday Life in German Cinema 1933-1945“ (SCREENS), die Grundzüge der nationalsozialistischen Filmpolitik und -produktion vor.
In der Diskussion, moderiert von Prof. Johannes Großmann, beteiligten sich fast zwei Dutzend Teilnehmer:innen. Thematisiert wurden Inhalte des Films, etwa die Darstellung marktwirtschaftlicher Wirtschaftssysteme und christlicher Religion. Daneben war der Film Ausgangspunkt für Diskussionen mit einem hohen Aktualitätsbezug. So stand die Frage nach Parallelen und Unterschieden, Kontinuitäten und sich veränderten Feindbildern von Hetze und Propaganda im 20. und 21. Jahrhundert im Raum. Die Diskussion verdeutlicht die große Motivation vieler Teilnehmer:innen, aktuelle politische Entwicklung zu historisieren, zugleich aber auch ihre Sorge über demokratiefeindliche Tendenzen und die für sie zentrale Frage, inwieweit Geschichte eine Schablone für die Gegenwart sein kann.
Die Veranstalter:innen waren sehr zufrieden mit dem Interesse des Publikums und der mittlerweile bewährten Zusammenarbeit, die stellvertretend für Kooperationen zwischen verschiedenen Institutionen und akademischen Statusgruppen steht. Auch die Evaluation unter den Teilnehmer:innen fiel sehr positiv aus. Entsprechend soll das Format im Sommersemester 2026 fortgesetzt werden.
Koordination und Organisation für die Fachschaft Geschichte: Julia Bezold und Marius Oberberger